Ungewöhnliche Erziehungsmaßnahmen
Was nehmen Grundschüler mit in die Schule? Ihren Ranzen natürlich, dazu noch einen Turnbeutel oder die Schwimmtasche und auch ein Pausenbrot. Die Schüler einer Grundschule in Wittenberg in Sachsen-Anhalt müssen ihr Repertoire an Dingen, die sie mit in die Schule nehmen müssen, noch um ein wichtiges Teil ergänzen.
Seit Jahren gehen Installateure und Klempner in der Grundschule in der Lutherstadt Wittenberg ein und aus, denn in schöner Regelmäßigkeit werden dort die Toiletten verstopft. Die Kinder machen sich offensichtlich einen Spaß daraus, möglichst viel Toilettenpapier nass zu machen, zu Kugeln zu formen und dann in die Toiletten zu werfen. Die Folge heißt dann: verstopfte Toiletten. Die Schulleiterin wollte sich das nicht länger mit ansehen und war zudem nicht bereit, weiter die hohen Handwerkerrechnungen zu bezahlen. Sie entschloss sich zu drastischen und ungewöhnlichen Erziehungsmaßnahmen: Die Schüler müssen ihr eigenes Toilettenpapier von zu Hause mit in die Schule bringen. Auf diese Weise sollen sie lernen, dass auch Toilettenpapier Geld kostet und nicht dazu genutzt werden sollte, um die Klos zu verstopfen.
Diese zwar etwas außergewöhnliche Maßnahme zeigte schnell ihre Wirkung, denn die Eltern sind offenbar nicht dazu bereit, ständig Toilettenpapier zu kaufen, das ihre Sprösslinge dann das Klo hinunterspülen. Die Handwerker müssen nicht mehr so oft in der Schule vorbeischauen. Trotzdem soll das Mitbringen von Klopapier keine dauerhafte Lösung sein, aber die Kinder haben sich daran gewöhnt. Kaum ein Kind muss noch um Papier bitten, das immer für den Notfall bereitgehalten wird, die meisten Schüler bringen ihr Toilettenpapier brav von zu Hause mit.
Tags: