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Alter schützt vor Ehrung nicht

26. August 2011 No Comments

Wenn Keiko Fukuda die Judoschule in San Francisco betritt, dann verbeugen sich alle, die dort trainieren, tief vor der kleinen Frau, denn die Japanerin ist der beste Judoka der Welt. Keiko Fukuda, die nur 1,50 m groß und 45 kg schwer ist, hat etwas geschafft, was vor ihr noch keine andere Frau in dieser Sportart erreicht hat: Sie ist die erste Frau, die den zehnten Dan, also den schwarzen Gürtel bekommen hat. Das ist schon ungewöhnlich genug, was aber noch mehr überrascht, ist das Alter von Keiko Fukuda, den sie ist 98 Jahre alt.

Fukuda-shihan – mit diesem Titel wird die zierliche Frau ehrfürchtig angesprochen, die mit nur einer einzigen Handbewegung jeden auch noch so starken Mann besiegen kann. Zum Judo kam sie durch ihren Großvater, der ebenfalls Großmeister und zugleich einer der letzten Samurai im Feudalreich Japan war. Keiko Fukuda war 22 Jahre alt, als ihr Großvater sie zum ersten Mal mit zu einem Training nahm. Das war 1935 und zu dieser Zeit war es Frauen eigentlich nicht gestattet, Judo als Sport zu betreiben. Aber der jungen Frau gefiel der Kampfsport und sie blieb dabei. In den 1960er Jahren war sie bereits eine überall auf der Welt anerkannte Judokämpferin und wurde zu Seminaren in die USA eingeladen. Sie blieb in San Francisco und half eine Schule für Judokämpferinnen aufzubauen.
Heute geht sie noch zweimal in der Woche in diese Schule und verfolgt mit strengem Blick das Training der Frauen. Dabei sitzt sie unter dem Bild ihres Großvaters, der den Grundstein für ihre Karriere legte.

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